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Waffel


Waffeln sind in ihrer einfachsten Form (Oblate) ein im wesentlichen aus Mehl und Wasser bestehendes, rundes flaches und knuspriges Gebäck, das zwischen zwei heißen Eisen (Waffeleisen) gebacken wird. Es gibt zahlreiche, durch Form und Rezeptur unterschiedliche Variationen.

Neben den oft gewerblich (z. B. auf Jahrmärkten) oder in Supermärkten verbreitet angebotenen dicken, weichen, rechteckigen Brüsseler Waffeln aus Butterteig mit ihrem charakteristischen Tiefgravurmuster, sind im Handel für den Einsatz im Privatbereich auch Backgeräte für runde, flache oder segmental herzförmige Weichwaffelformen erhältlich. In traditionellen Zangenwaffeleisen hergestellte Waffeln werden mancherorts auch Eisen- oder Eiserkuchen genannt.

Aufgrund der Rezeptur haben Weichwaffeln auch ohne Beigaben wie Puderzucker, Sahne oder Früchte einen ausgeprägten Eigengeschmack. Oblatenähnliche Waffeln hingegen sind trocken und eher geschmacklos, sodass sie entweder als Beilage oder Dekoration für Eisdesserts verwendet oder zu cremegefüllten Endprodukten wie Waffelschnitten weiterverarbeitet werden.

Waffelgebäck wird handwerklich mittels Waffeleisen oder industriell auf gas- oder elektrisch beheizten automatischen Waffelbackmaschinen oder Waffelbackanlagen hergestellt. Bei der maschinellen Herstellung erfüllen miteinander zu einer Kette verbundenen gravierte Backplattenpaare, die einen Backofen durchlaufen, die Funktion der Waffeleisen.

Waffeln gibt es unter anderem als cremegefüllte Flachwaffeln (z. B. die in Österreich beliebten Manner-Waffelschnitten) oder Hohlwaffeln (z.B. kugelförmige, gefüllte und bestreute Produkte wie von Ferrero, die aus zwei Waffelhalbkugeln zusammengesetzt werden), als Waffelbecher oder Waffelhörnchen (in Österreich „Eistüten“, „Stanitzel“ oder „Stanitzl“) zum Aufnehmen von Speiseeiskugeln, als Waffelröllchen oder als Hohlhippe.


Herkunft und Verbreitung

Die Tradition der Weichwaffeln stammt aus den Niederlanden und Belgien und breitete sich von dort in Europa aus. Das Wort Waffel kommt aus dem Niederländischen und bedeutet soviel wie ein Gebäck. Waffeleisen sollen auch in Wikingergräbern gefunden worden sein.

Eine regionale Besonderheit im Bergischen Land sind die Bergischen Waffeln (Herzwaffeln). Die Waffelback-Tradition in Westfalen lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Da Waffeln früher ein Luxusgut waren, gab es sie nur zu bestimmten Brauch- und Festzeiten, u. a. zu Neujahr. Im Saarland sind aus dem gleichen Grund in der Weihnachtszeit Zimtwaffeln ein traditionell beliebtes Gebäck. Zimtwaffeln werden dort sowohl gewerblich als auch in den Haushalten hergestellt. Die Rezepturen wurden oftmals in jahrelanger Tradition innerhalb der Familien weitergegeben.

In belgischen Städten gibt es vielerorts kleine Läden oder Stände, in denen vor den Augen der Kunden Lütticher Waffeln gebacken werden. Diese bestehen aus einem reichhaltigen Hefeteig mit Perlzucker.